Kokosöl im Gesundheitscheck

Kokosöl wird in letzter Zeit sehr gepriesen, obwohl es kaum Vitamine oder Mineralstoffe und fast ausschließlich gesättigte Fettsäuren enthält. Da diese eher als schädlich gelten, stellt sich die Frage, ob der Gebrauch von Kokosöl tatsächlich so gesund ist, wie seine Befürworter behaupten.

Kokosöl – einzig in seiner Art

Kokosöl ist zweifellos ein Fett wie kein anderes. Kein anderes Fett kann eine ähnlich hohe Konzentration von mittelkettigen Fettsäuren (MCT) aufweisen. In unserer Diät dominieren sonst eher langkettige Fettsäuren, die sich in Aufnahme und Abbau von MCT-Fetten deutlich unterscheiden. Zugleich ist Kokosöl ungewöhnlich arm an ungesättigten Fettsäuren – praktisch so gut wie frei von ihnen. Charakteristisch ist auch sein Mangel an Vitaminen. Andere Pflanzenfette enthalten in der Regel Vitamin E und manchmal auch Provitamin-A. In unraffiniertem Zustand enthält es immerhin eine gewisse Menge an Polyphenolen und Phytosterinen.

Die Vorzüge von Kokosöl

Trotz seiner ungewöhnlichen und auf den ersten Blick nicht unbedingt positiven Eigenschaften, hat Kokosöl durchaus gewisse Vorzüge, die es zu einem sinnvollen Bestandteil unserer Ernährung machen. Als wichtigste von ihnen seien die folgenden aufgeführt:

  • Kokosöl hilft beim Abnehmen. Wie bereits erwähnt enthält Kokosöl einen hohen Anteil mittelkettiger Fettsäuren, die aufgrund ihrer thermogenen Eigenschaften den Energieverbauch unseres Körpers erhöhen. MCT-Fette heizen sozusagen den Stoffwechseln an. Außerdem erleichtert Kokosöl den Übergang in den „Keton-Zustand“, in dem vermehrt Fettsäuren zu Ketonkörpern abgebaut werden – einer alternativen Energiequelle des Körpers, deren Vorhandensein bei einem Energiedefizit vor dem Abbau von Muskelzellen schützt.
  • Hitzebeständigkeit. Die meisten Öle und Fette, die wir zum Braten und Backen verwenden, enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die zwar im Prinzip gesund aber leider wenig hitzebeständig sind. Bei hohen Temperaturen reagieren sie zu eher gesundheitsschädlichen Substanzen. Da Kokosöl praktisch keine solchen mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthält, eignet es sich ausgezeichnet auch für längeres Braten, und ist zudem leichter verdaulich als andere Bratfette.
  • Kokosöl wird schnell vom Körper aufgenommen und leicht in Energie umgewandelt. Manche im Kokosöl enthaltenen Lipide können vom Körper, anders als die meisten Fettsäuren, ohne Umweg über das Lymphsystem weiterverarbeitet werden und dienen so als schneller Energielieferant. Zudem werden MCT-Fette ohne Hilfe von Carnitin transportiert und verstoffwechselt.
  • Antimikrobielle Wirkung. Kokosöl enthält Säuren (Laurinsäure und Caprylsäure), die eine antibakterielle, antivirale und antiprotozoische Wirkung haben. Sie sind todbringend u.a. für Bakterien, die Lebensmittelvergiftungen hervorrufen, und für die Viren, die für Pickel verantwortlich sind.