Plastikbehälter für Lebensmittel sind praktisch. Auf Diät helfen sie, unsere tägliche Routine einzuhalten, da wir Mahlzeiten dann zubereiten können, wenn wir Zeit dazu haben. Doch viele Plastikbehälter enthalten Bisphenol A oder ähnliche Substanzen, die in die Nahrung übergehen können.

Was ist Bisphenol A?

Bisphenol A (kurz BPA) ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phenole. Bereits 1891 entdeckt, findet es bis heute in der Herstellung von Kunststoffen Verwendung – u.a. auch in der Produktion von Lebensmittelverpackungen. Dabei findet sich BPA nicht nur in Plastikverpackungen sondern auch in der Innenbeschichtung von Konservendosen, und ebenso in den praktischen Plastikbehältern, die gerade bei Freunden einer gesunden Ernährung so beliebt sind. Lange Zeit hat man sich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, dass irgendwelche Bestandteile der Behälter auf die Nahrung übergehen und sich so letztendlich im menschlichen Organismus wiederfinden könnten. Doch später stellte sich in wissenschaftlichen Untersuchungen heraus, dass genau das passiert.

Gesundheitsgefährdung durch BPA

Wie sich herausstellte, gelangt BPA in unseren Organismus und wirkt sich negativ auf viele Organe und Körperfunktionen aus – was längerfristig zu Erkrankungen führen kann. Aufgrund seiner hormonähnlichen Eigenschaften kann BPA unseren Hormonhaushalt stören. Darüber hinaus wird BPA von den Rezeptoren bestimmter Körperzellen als Signalmolekül wahrgenommen, was ebenfalls Fehlfunktionen auslösen kann. Die Auswirkungen von BPA auf den menschlichen Organismus führen zu:

  • verringerter Fruchtbarkeit,
  • verringertem Libido,
  • einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs,
  • einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit
  • und vielen anderen Gesundheitsschäden.

BPA und die Appetit-Steuerung

Erst kürzlich konnte eine bis dahin unbekannte Eigenschaft von BPA nachgewiesen werden. Forscher der Harvard Universität machten die Beobachtung, dass BPA Schwankungen des Leptinspiegels auslösen kann. Leptin ist ein Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Fettstoffwechsels spielt. Schwankungen des Leptinspiegels können ein größeres Hungergefühl auslösen und Ursache von Heißhungerattacken sein – was im Resultat zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen kann. Diese Zusammenhänge werden zwar zur Zeit noch genauer untersucht, gelten aber unter Wissenschaftlern als sehr wahrscheinlich.

Was tun?

Um uns vor den negativen Auswirkungen von BPA zu schützen, sollten wir uns bemühen, dass möglichst wenig davon in unsere Nahrung gelangt. Es ist schwer möglich, Lebensmittel, die BPA enthalten können, ganz zu vermeiden. Aber wann immer möglich sollte man auf Produkte in Dosen oder Plastikverpackung verzichten und besser zu unverpackter Ware oder z.B. Glasverpackungen greifen. Und auch mit den praktischen Plastikbehältern in der eigenen Küche sollte man entsprechend vorsichtig umgehen. Das heißt nicht, dass man unbedingt ganz auf sie verzichten muss. Ganz vermeiden lässt sich der Kontakt mit BPA ohnehin nicht, und außerdem ist der Stoff auch erst in entsprechend hoher Konzentration wirklich gefährlich. Man kann jedoch im Umgang mit Plastikbehältern eine Reihe von Richtlinien befolgen, um die Aufnahme von BPA so gering wie möglich zu halten:

  • Speisen nie heiß in Plastikbehälter füllen
  • Speisen nie in Plastikbehältern erhitzen
  • am besten Behälter aus BPA-freien Kunststoffen kaufen (wobei diese dann allerdings meist Bisphenol S enthalten, das ebenfalls seine Nachteile hat…)

Auf jeden Fall gibt es keinen Grund, wegen BPA in Panik zu geraten. In unserem Alltag lauern viele Gefahren. Aber das heißt ja nicht, dass wir uns am besten in einen luftdichten Bunker verkriechen, mit Sauerstoffgenerator und Lebensmittelvorrat bis ans Ende unserer Tage, und eben dieses Ende abwarten. Die meisten Giftstoffe in unserer Nahrung sind erst ab einer gewissen Dosis wirklich gesundheitsschädigend. Daher sollte man sich der Gefahren bewusst sein und sie soweit es geht vermeiden, aber alles im Rahmen der Vernunft.