Manch einer kann ohne Süßes leben, doch die meisten Menschen mit Übergewicht können es nicht. Und so schrecken viele vor einer Reduktionsdiät zurück. Doch totaler Verzicht muss nicht sein. Es gibt auch vollwertige Süßspeisen, die in einer gesunden Diät durchaus ihren Platz haben können.

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Süßspeise ist nicht gleich Süßspeise

Eiscremes, Puddings, Kuchen, Kekse und Schokolade, fertig aus dem Supermarktregal oder vom Bäcker, haben zwei Dinge gemeinsam. Zum einen enthalten sie Unmengen leerer Kalorien, und zum anderen sättigen sie nicht – und so kann man sie praktisch ohne Ende essen. Wer abnehmen möchte, der sollte sich daher unbedingt von ihnen fernhalten. Zumindest eine zweiwöchige Entgiftungskur ist nötig als eine Art „Reset“ für die Geschmacksknospen, damit diese wieder eine Empfindlichkeit für geringere Dosen an Süße entwickeln. Selbst zwei Wochen Totalverzicht können, ohne eine entsprechende kulinarisch attraktive Alternative zu den gewohnten Leckereien, natürlich schwer durchzuhalten sein. Doch die gute Nachricht ist: Ganz ohne Desserts muss man auch während dieser Entgiftungskur nicht auskommen. Was das für Desserts sind, hängt von den persönlichen Möglichkeiten und Vorlieben ab. Zu dieser Frage kommen wir später noch ausführlich zurück. Zunächst aber möchte ich eine andere wichtige Sache klären. Viele Menschen, die zuvor in der Überzeugung lebten, sie könnten ohne Süßigkeiten nicht leben, stellen auf Diät fest, dass das gar nicht so schwer ist, wie sie erwartet hatten. Bei einer gesunden, ausgewogenen Ernährung mit geregelten Essenszeiten und einer ausreichenden Versorgung mit allen Grundnährstoffen lässt das Interesse am Naschen auf ganz natürliche Weise nach – und das selbst bei einem täglichen Kaloriendefizit, sofern dieses nicht übertrieben groß ist. Auch Sport hilft dabei, der großen Liebe zu den süßen Leckereien abzuschwören – genauso wie natürlich die ersten im Spiegel erkennbaren Fortschritte auf dem Weg zu einer schlankeren Figur, die uns mit der Zeit immer mehr zum Durchhalten motivieren.

Hausgemacht heißt gesund?

So sehr es berechtigt sein mag, vor der ganzen „Chemie“ in fertigen Lebensmitteln zu warnen, so falsch ist die Annahme, dass umgekehrt alles Selbstgekochte oder Selbstgebackene gesund sein müsse. Großmutters Kuchenrezepte unterscheiden sich meist nur unwesentlich von den fertigen Backwaren in den Regalen von Supermarkt oder Bäckerei. Auch hier finden wir Unmengen von Zucker, gehärtete Fette, Treibmittel, Konservierungs- und Farbstoffe. Dasselbe gilt auch für hausgemachte Marmelade – insbesondere wenn wir zum Einmachen Gelierzucker verwenden, der häufig Konservierungsstoffe enthält. Abgesehen davon besteht Marmelade, egal ob fertig gekauft oder selbstgemacht, zum größten Teil aus Zucker, und spielt auf unserem Speisezettel die Rolle einer Art „Obst-Ersatz“ – und warum zur Fälschung greifen, wenn man das Original haben kann?

Was also ist eine „gesunde“ Süßspeise?

Die einfachste Lösung ist natürlich frisches Obst, die zweiteinfachste – alles was man aus Obst so machen kann: Obstsalat, Obstjoghurt, Obst-Cocktail, Fruchtmus, Fruchteis – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Das alles natürlich ohne zusätzlichen Zucker. Obst allein ist süß genug. Auch als Zutat zu Omelettes oder die bei Sportlern beliebten Eiweiß-Cocktails eignet sich Obst ausgezeichnet. Wer sich ein paar mehr Kalorien gönnen kann, für den darf es auch schon mal ein Kalter Käsekuchen, Pfannkuchen oder Waffeln mit Obst oder Fruchtmus sein. Für ein Vollwert-Dessert sollte man vor allem zu hochwertigen, nahrhaften Zutaten greifen. Dazu zählen auch Nüsse oder Schokolade mit hohem Kakaoanteil. Auch mit Gewürzen wie Vanille oder Zimt muss man nicht geizen. Sie bereichern nicht nur den Geschmack unserer Desserts, sondern liefern auch selbst eine wertvolle Portion Antioxidantien.

Fazit

Es gibt gute Gründe, nicht vollständig auf Süßspeisen zu verzichten. Dabei sollte man allerdings beachten, dass traditionelle Süßigkeiten nicht nur eine Menge unliebsamer Zutaten enthalten (wie in der Regel auch hausgemachtes Gebäck), sondern auch die Selbstkontrolle unnötig erschweren. Daher greift man besser auf selbstgemachte Süßspeisen aus vollwertigen Zutaten zurück – bei deren Zubereitung es natürlich die tägliche Kalorienbilanz zu bedenken gilt.